Veranstaltungen 2009


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Historische Stadtführung Drucken
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Historische Stadtführung
Seite 2

16. Stadtkapelle 1332

Die Erbauung der Stadtkapelle Unserer Lieben Frau erfolgte bereits vor 1336, um bei Kriegsgefahr eine Kirche innerhalb der Stadt zu haben, da die Pfarrkirche St. Walburga außerhalb der ehemaligen Stadtmauern lag. Der Chor wurde 1929 eingebaut. Durchgreifender Umbau erfolgte 1931. Die Bilder des Kreuzweges aus dem Jahr 1939 sind ein Werk des Waldkircher Künstlers Prof. Georg Scholz.

17. Turmstumpf 1300

Turmstumpf des sogenannten Rabenturms von der ehemaligen Stadtbefestigung um 1300. Die Stadtbefestigungen wurden 1705 zur Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges auf Befehl des französischen Stadtkommandanten von Breisach weitgehend geschleift. Die Schwibbogen-Brücke stammt aus dem Jahre 1337

18. Stadtmauer am Gewerbekanal um 1300

Als Teil der um 1300 gebauten Befestigungsanlage der ~neuen Stadt stand hier das Walkertor. Am Gewerbekanal waren im Mittelalter Handwerksbetriebe angesiedelt. Darunter seit dem 15. Jahrhundert Edelsteinschleifereien, die schon 1535 von 40 Meistern betrieben wurden. In ihrer Blütezeit im 18. Jahrhundert waren sie mit 28 Schleifereien und bis zu 430 Beschäftigten Waldkirchs wichtigster Erwerbszweig bis zu ihrem Niedergang Anfang des 19. Jahrhunderts. Trotzdem ist dieses Gewerbe mit einem 1825 gegründeten Betrieb in Waldkirch bis heute erhalten geblieben. 

19. Badstube 1287

Außerhalb der Stadtmauer, zwischen Runzbach und Elz, befand sich hier die ehemalige Badstube, die 1287 erstmals genannt wird. Das Bad, in dem auch die Arbeit eines Barbiers, eines Wundarztes, das Schröpfen und der Aderlaß getätigt wurde, gelangte 1523 in den Besitz der Stadt. Um 1750 wurde der Badebetrieb eingestellt.

 20. Nudlemühli 1745

Seit dem 15. Jahrhundert gibt es in Waldkirch Edelsteinschleifereien. Als ~Nudeln“ bezeichnete man damals das Polieren der Steine. Die ~Nudlemühli“ wurde 1745 als Edelsteinschleiferei gebaut. Das Schliffigäßli hat seine Bezeichnung nach diesem alten Gewerbe, das sich bis heute in Waldkirch erhalten hat. Das Wasserrad diente bis vor einigen Jahren als Antriebskraft für die Maschinen einer Schreinerei.

21.  Stahlhof um 1800

Wohn- und Amtshaus der Vögte von Stahlhof. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts entstand aus den ehemaligen schwarzenbergischen Teilorten Eschbach, Heimeck, Dettenbach, Wegelbach und den Petershöfen die eigene Vogtei Stahlhof, die bis 1936 als selbständige Gemeinde bestand und dann in die Stadt Waldkirch eingemeindet wurde. In diesem Haus richtete sich 1799 der erste Waldkircher Kirchenorgelbauer, der Silbermann-Schüler Mathias Martin, eine Werkstätte ein; er hat 45 Kirchenorgeln gebaut.

22. Alter Friedhof 1629

Der ~Alte Friedhof“ wurde 1629 anläßlich einer Pestepidemie außerhalb der Stadt angelegt. Er diente, nachdem der Friedhof um die Stifts- und Pfarrkirche St. Margarethen geschlossen wurde, bis zum Jahr 1900 als städtischer Friedhof. Aus dieser Zeit sind noch Grabmonumente erhalten. Die Sebastianskapelle wurde 1630 erbaut, die Inneneinrichtung stammt von 1715. Nach einem Blitzschlag mußte die Fassade 1898 neu aufgebaut werden. Das auf dem Friedhof erstellte ~Birsnerkreuz“ ist eine Arbeit von 1785.

23. Heiliger Nepomuk 1723

Die Sandsteinfigur des heiligen Nepomuk entstand 1723; sie und eine weitere Figur in der Friedhofstraße gelten als älteste Darstellungen des Heiligen in den ehemals österreichischen Vorlanden. An dieser Stelle befand sich das Obere Törle, dessen ungefähre Turmeckpunkte im Pflaster dargestellt sind.

24. Ehemalige Obervogtei 1763/64

Die ehemalige Obervogtei (Bezirksamt) wurde in den Jahren 1763-64 erbaut. Von 1807 bis 1936 Sitz des Bezirksamtes Waldkirch. Das über 200 Jahre alte, von Joseph Hirschpihl entworfene Amtsgebäude zählt zu den prägenden Elementen des Marktplatzes.

25. Marienbrunnen 17.Jh. 11953

1572 Abriß der Metzig und Anlage eines neuen Brunnens auf dem Marktplatz (Umriß im Pflaster dargestellt). Ein Marienbrunnen mit vier Röhren ist 1668 nachweisbar. Bei der Marktplatz-Neugestaltung kam 1995 ein Brunnenfundament aus jener Zeit zum Vorschein, das aber nicht freigelegt, jedoch im Pflaster markiert wurde. Anton Hügle aus Heimbach fertigte 1762 einen neuen Sandstein-Brunnen mit einem Löwen auf der Säule, der später von einer von dem Freiburger Steinmetz Franz Xaver Hauser gefertigten lmmakulata ersetzt wurde. 1902 kam der bislang bei der Stadtkapelle stehende Granitbrunnen auf den Marktplatz, der 1905 eine Nachbildung der lmmakulata erhielt. 1953 errichtete man als „Dank für Rettung aus Kriegsgefahren“ den heutigen Marienbrunnen - ein Werk von Hubert Bernhard - auf dem Marktplatz. Der alte Kapellenbrunnen steht in der Dettenbachstraße.

26. Rathaus 1567

Unter Einbeziehung der Arkaden der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Gerichts- und Marktlauben entstand 1567 im Stil der Spätrenaissance das Rathaus. Nach dem Stadtbrand von 1638 neu erbaut 1654. Später wurden die Lauben geschlossen, nach dem Abbruch der alten Propstei 1753 das von dort stammende Portal (1530) am Rathaus eingebaut und das Nachbargebäude als Stadtschreiberei genutzt. 1871 erneuter Umbau zu der heutigen Form. Das kunstvolle Portal aus der Frührenaissance mit Portraitreliefs von Kaiser Karl V. und Julius Cäsar sowie dem Wappen von Reichsvizekanzler Balthasar Merklin und dem Lehenswappen blieben erhalten. Das nachempfundene, linke Portal mit dem Waldkircher und dem badischen Wappen trägt die Jahreszahl 1851. Umfassend renoviert 1900, umgebaut und erweitert 1985-1988.

27. Stadtapotheke um 1650

Von dem ehemaligen Haus des Barbiers Dornbluth ist als Zeugnis wohlhabenden Bürgertums ein Teil einer alten, reich bemalten Holzdecke aus dem Jahr 1667 erhalten. Seit 1791 befindet sich in diesem Gebäude die Stadtapotheke.

28. Gasthaus zum Engel 1698

Das im Jahre 1698 erbaute frühere Gasthaus ~zum Engel“ diente ehemals als Zunftherberge der Bäcker, Schuhmacher und Schreiner. Das schöne Fachwerk wurde 1913 wieder freigelegt, der Gasthausbetrieb 1965 eingestellt.

29. Stadtmauer um 1280

An dieser Stelle befand sich das Schwobs- oder Obertor als Teil der Stadtmauer. Vermutlich nach dem Stadtbrand von 1451 wurden die Stadtbefestigungen durch einen zweiten, den äußeren Mauerring verstärkt. 1705 wurde der Großteil der Stadtbefestigung zerstört. Das damals noch erhaltene Schwobstor wurde 1767, das Obere Törle (am oberen Marktplatz) 1796 abgebrochen.

30 .Neungeschwisterkapelle 1750

Die Ursprünge dieser über einer Quelle erbauten Kapelle liegen im Dunkeln. Auf dem im 17. Jahrhundert entstandenen Altar sind die Heiligen Symphorosa und Felicitas, sowie die makkabäische Mutter, jede mit sieben Söhnen, dargestellt. Die Kapelle ist jedoch der HI. Notburga mit ihren neun Kindern gewidmet. 
 

31. Kastelburg 1280

Erbaut durch die Herren von Schwarzenberg, die Schirmvögte des Klosters St. Margarethen waren. Gerichtssitz zur Zeit der vorderöstereichischen Kameralherrschaft und Standort des herrschaftlichen Gefängnisses. 1632 von den Hochbergern in Besitz genommen, 1634 zerstört durch kaiserliche Truppen nach dreitägiger Belagerung. Die Kastelburg bietet in ihrer Anlage auch als Ruine noch ein klassisches Bild mittelalterlichen Burgenbaus im Breisgau. Seit 1970 im Besitz der Stadt Waldkirch.

32. Schwarzenburg 1112

Erbaut zwischen 1112 und 1152 durch Konrad von Waldkirch (von Schwarzenberg). Im 16. Jahrhundert wurde die Schwarzenburg verlassen und dem Verfall preisgegeben. Es handelt sich um eine der größten Burganlagen des Breisgaus. Die Schwarzenberger bauten sich Mitte des 13. Jahrhunderts in Stadtnähe die Kastelburg.

Die, historisch gesehen, in drei Komplexen entstandene Stadt (1. Stiftsbezirk um St. Margarethen, 2. die „neue“ Stadt innerhalb der ehemaligen Stadtmauer, 3. die gen Osten anschließende sog. Vorstadt“) hat beachtenswerte Gebäude von historischem Wert. Im 19. Jahrhundert errichtete Bauwerke und in den Ortsteilen vorhandene historische Gebäude werden hier nicht aufgeführt.


Texte: Rudi Allgeier und Heinrich Lehmann, Waldkirch
Grafiken: Horst Schätzle, Waldkirch




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