Rockmusik, die niemanden auf dem Hocker lässt KULTURWOCHE: Die Band „uh?so!“ spielte beim Filmabend des Kommunalen Kinos „Klappe 11“ / So volles Haus wie selten WALDKIRCH (khß). Wieder einmal gelang dem Team vom Kommunalen Kino „Klappe11“ im Kollnauer Jugendzentrum eine besondere Kultur-Kombination: Der gefühlsstarken Tragikkomödie „Just a kiss“ (Regie: Ken Loach) folgte lupenreiner, kraftvoller Rock. Dafür stand die Band „uh?so!“. Die Leute honorierten das Programm durch ihr Kommen. „Selten war das Haus bei einer Filmvorführungen so voll besetzt. Wir mussten sogar noch Ersatzstühle holen“, freuten sich Alexander und Beate Schoch von „Klappe 11“-Vorstand.
Wohl wissend, was zumindest ein Teil der Besucher wollte – nämlich gründlich abrocken – war der Raum vor der Bühne frei gelassen worden. Und es dauerte dann auch keine drei Stücke, da fetzten die ersten Gäste schon los. „Bring me some water“ von Melissa Etheridge war der Auslöser. Auffällig war von Beginn an die großartige Stimme der Sängerin Susi Enderlin aus Riegel. Das ließ keinen Zweifel: Damit kann sie einiges fertig bringen. Nicht nur Rock, wie hier bei „uh?so!“, auch den Soul traut man ihr ohne weiteres zu. Tatsächlich singt sie bei „Soul’s back in Town“, einer Band aus dem Bereich Emmendingen. Aber bei „uh?so!“ geht es eben um reinen Rock. Mit Leib und Seele in diese Musik involviert sind Enderlin und ihre vier Kollegen Andrea Glaser (Bass) und Martin Jäger (Schlagzeug) aus Waldkirch sowie Sven von Thun (Piano/Gesang) aus Freiburg und Thomas Meidlinger (Gitarre) aus Riegel. Den bringen sie fantastisch rüber. Die Band wurde vor zwei Jahren auf Initiative von Thomas Meidlinger gegründet. Zunächst nur für ein einmaliges Projekt, eine Feier bei seinem Arbeitgeber. „Doch wir hatten schon bei der Vorbereitung der einstündigen Session so viel Spaß, dass wir uns danach zum Proben in Waldkirch weiter trafen.“ Danach ging es dann immer noch zum Griechen, wo dann endlich auch ein Bandname gefunden wurde: Uh?so!. Bei einer Benefizveranstaltung im KSW mit zwei weiteren Bands für ein Heim- und Straßenkinderprojekt in Chile folgte der zweite Auftritt, 2004 einer beim „Zeltmusikfestival“ und dieses Jahr nochmals im KSW, diesmal für ein Kinderprojekt in Brasilien. „Uns ist es wichtig gute Auftritte zu bekommen“, betonte Meidlinger. „Wir wollen nicht auf Weinfeste, sondern sicher sein, dass die Leute zu uns kommen.“ Um das richtige Publikum zu haben, „lassen wir es lieber langsam angehen“. Mit dem präsentierten Niveau dürfte die Popularität wohl nicht lang auf sich warten lassen. Die erste CD liegt seit dem Frühjahr nun auch vor. Die Live-Aufnahme vom diesjährigen KSW-Benefizkonzert enthält einen ganzen Teil der Stücke, die „uh?so“ auch im Haus der Jugend spielte: unter anderem Titel von AC/DC, Prince, Pink Floyd, Billy Joel und einige Einlagen von Toto. |