Eintauchen in die Lyrik KULTURWOCHE: Werner Weimar-Mazur las Gedichte und Prosa WALDKIRCH. Seit 1992 lebt der jetzt Fünfzigjährige im Breisgau, seit fünf Jahren in Waldkirch; bereits vor zehn Jahren erschien im Waldkircher Verlag unter dem Künstlernamen Werner Weimar-Mazur (er ist in Weimar geboren) sein Gedichtband „Tauch ein“. Im Café „Patria“ hat er vor nicht langer Zeit gelesen – und doch ist sein Name scheinbar wenig bekannt. Das ist eigentlich schade. Er hat so feine Kurzgedichte und Prosastücke geschrieben. Jetzt war er im Rahmen der Kulturwoche in den „Schwarzwaldstuben“ zu hören.
Drei- und Vierzeiler sind es oft, die er geschrieben hat. Würde man ihnen nachsinnen – man würde das nächste Gedicht verpassen. Werner Weimar-Mazur weiß das, und liest die Gedichte zwei Mal. Minotaurus zum Beispiel: „In den Einsamkeiten meines Herzens verliert sich mein Ich – in meiner Seele ohne den Faden der Ariadne“. Oder: „Im Schatten des Baumes fallen die Gedichte leiser - weicher“. Den Kandel hat er entdeckt: „Der kalte Atem des Waldes / fahler Mondschein kalte Nacht traumverloren das Tal. Alemannen Kelten sterben im Wald jagen Nebelschwaden davon / sahen tote Seelen der letzten Alemannen und Kelten“. Zwischendurch immer einige Stücke Prosa und zum Schluss eine Leseprobe aus seinem Romanprojekt, das den Arbeitstitel „Erdwärme“ trägt. Eine Autobahnfahrt in die ehemalige „Zone“ löst viele Erinnerungen aus. David Wendeborn spielte zwischen den vier Leseblöcken von Weimar-Mazur klassische Gitarrenmusik und eigene Kompositionen. Ärgerlich: Die – bis eine Zuhörerin energisch nachfragte – stets leise Hintergrundmusik. Die Gespräche der Gäste im Nachbarraum waren nicht „abzustellen“. Eberhard Weiß Info: „Tauch ein“ - Gedichte 1970 -1994, Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Autor. 6,80 Euro. |