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Badische Zeitung vom Dienstag, 25. Oktober 2005 Drucken
Jedes Bild wird zum Song 
KULTURWOCHE: Enrico Novi und Band stellten im Haus der Jugend ihre neue CD vor

Von Sylvia Timm

WALDKIRCH. „Möge jeder Song ein Bild sein und jedes Bild ein Song“ – unter diesem Motto steht die Arbeit von Enrico Novi und seiner deutsch-französischen Band. In der Waldkircher Kulturwoche präsentierte der in Waldkirch lebende Songwriter, Gitarrist, Sänger und Maler seine CD „pop gallery“. Vor und während der Musik hatten die Besucher Gelegenheit, die zu den Songs gehörigen Ölbilder anzusehen.

Meistens sind die Gemälde viel früher in seinem Kopf als der Text oder die Melodie, erzählt der Deutsch-Italiener Novi. Oft gräbt sich ein Ereignis Jahre lang durch die Seele. Wenn die Worte noch fehlen, greift Enrico Novi zu Ölfarbe und Leinwand, um seinen Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen. Thematisiert werden sowohl politische Tagesereignisse als auch familiäre, private Erlebnisse. Nach dem Tod seiner Mutter hat es 17 Jahre gedauert, bis sich die Worte Bahn brachen.

Zuweilen ist der Entstehungsprozess auch umgekehrt, wie bei seinem Song „On the water“. „Da ist die Farbe gerade trocken“, erzählt der Künstler. Das Lied, das die Band im Zugabenteil spielt, gibt es dagegen schon ein paar Jahre lang.

Enrico Novis Texte sind hauptsächlich in englischer Sprache geschrieben – und somit global verständlich. Als Konzession an sein Publikum bildet Novi im Haus der Jugend nicht nur die dazu gehörigen Gemälde mittels Projektor auf einer Leinwand ab, sondern auch Textbruchstücke in Deutsch. Im Booklet seiner CD sind die Texte dann noch einmal zum Erschließen der poetischen Sprache abgedruckt.

Wichtig sind Novi auch die Entstehungsgeschichten zu den einzelnen Bildern: Die konkrete Bedeutung der Arbeiten für den Maler selbst sollen dem Zuschauer und Zuhörer nicht unbekannt bleiben, seien es seine Reflexionen über Freiheit, während anderswo Menschen durch Kriege zu Flüchtlingen gemacht werden („What about you?“) oder über die Tochter, die langsam erwachsen wird und die Seile zu den Eltern kappt („You can believe me“).

Im Haus der Jugend müssen sich die Musiker ohne den erkrankten Keyboarder behelfen und greifen etwas härter in die Saiten (Phillippe Sisslaire, Wolfi Brozio, Enrico Novi) und zum Schlagzeug (Kristof Simon). So gab es mehr Rock als Pop zu hören, und doch schaffte die Band in der Musik – wie Enrico Novi in den Bildern – die Synthese zwischen zurückhaltend und ausdrucksstark.

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