Narrenzunft Kollnau 1957 e.V.
Die Sage O ihr Herren Oberteufel “In einer finsteren Nacht verirrte sich ein biederer Mann von auswärts, als er von heißen Wirtshausgeistern umschwirrt, schier kämpfend den Weg zu seiner entfernt wohnenden Ehehälfte durch die Finsternis bahnen musste. Langsam erlahmte seine Kraft; alle Energie hatte den Bedauernswerten verlassen. Schließlich ergab er sich in sein unabwendbares Schicksal und schlummerte - unweit des Hammerwerkes - sanft und selig am Wegrand ein. Es ging schon in die Morgenstunden des neuen Tages, da gingen einige Hammerschmiede vorbei, die in der zweiten Nachtschicht zu arbeiten hatten; sahen den Schlummernden und erkannten sofort den Zusammenhang der hinter ihm liegenden Wirtshaustragödie. Da sie selbst zuweilen von solchen Dämonen geplagt waren, regte sich das Mitleid in den schwarzen Gesellen mit dem alkoholbetäubten Fremdling in der kalten Winternacht. Kurzerhand nahmen sie den Schnarchenden auf und betteten ihn in der warmen Hammerschmiede in eine abseitige Ecke und gingen, wie gewohnt, an ihre schwere Arbeit. Die Wärme und der Lärm im weiten, schwarzen Bau erweckten nach einiger Zeit den Schlummernden aus seinem tiefen Schlaf. Der Arme war aber noch von allem sehr benommen. Aus seinen blinzelnden Augen ersah er lohende Feuer und lange, rußige Gestalten fuchtelten in dem grellrot erleuchteten Raume umher. Unzählige Funken stoben. Kurzum, es war ein Höllenlärm rings um den erwachenden, der in keiner Weise auch nur einen vernünftigen Gedanken fassen konnte. In der Höhe verlor sich der unheimliche Raum in Rauch und Dunst und Ruß. Je mehr der Betrunkene in diese stiebende, fauchende, klingende, schlagende, rauchende und brennende Welt hineinstarrte, desto grausiger überkam ihn eine rasende Angst. Und als nun gar zwei der langen, völlig schwarzen Gestalten auf seine Lagerstatt zuschritten, ja sogar Anstalten machten ihn an den zitternden Beinen zu nehmen, schrie er aus Leibeskräften: “O ihr Herren Oberteufel, verzeiht mir doch nur noch diesmal und lasset mich los; denn ich bin infolge eines Rausches gestorben”. Da brachen die Herumstehenden in ein schallendes Gelächter aus. Und der nun völlig nüchtern Gewordene erkannte, dass er vorderhand noch nicht in der Hölle, sondern nur in der Kollnauer Hammerschmiede war.” Weitere Informationen finden Sie unter: www.narrenzunft-kollnau.de
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