
mit Peter M. Ritter
Wann | 25. / 26. April 2009
Wo | Theater in der Kantine, Freiburger Str. 20 (Fa. Faller)
Beginn | jeweils 20.00 Uhr, Einlass 19.30 Uhr
Eintritt | Vorverkauf 7,--, Abendkasse 8,50 €
Vorverkauf | Buchhandlung Augustiniok, Waldkirch
Telefonische Kartenreservierung: 0761 / 473 663
Guten Abend ...
Dostojewskij war ein Spieler. Er spielte tatsächlich an den Spielstätten in Bad Homburg, Baden-Baden und Wiesbaden. Dostojewskij schuldete seinem Verleger die Rechte seiner nächsten Veröffentlichung. Um diese Schuld zu begleichen, hatte er nur 26 Tage Zeit. So lieferte er fristgerecht im Oktober 1866, mit Hilfe seiner jungen Stenographin, die er knapp 4 Monate später heiratete, den Roman: „Der Spieler“ ab.
Ritter liest im ersten Teil der heutigen Lesung, Szenen aus Dostojewskijs Roman, in dem der junge Alexej als Hauslehrer die Familie eines Generals zu einem Aufenthalt in „Roulettenburg“ begleitet. Roulettenburg, kann man als Pseudonym für Baden-Baden betrachten. Dort lernt der junge Mann unter anderen Palina, die Nichte des Generals, kennen. Es sind wohl alle hoch verschuldet, und nur der Tod der alten Tante, auf den alle Warten, wegen des Erbens, kann Sie noch retten. Das Spiel hat für Alexej eine untergeordnete Rolle, er spielt jedoch für Polina. Der plötzliche und unerwartete Besuch der alten Dame aus Moskau wirft sämtliche Pläne der Reisegesellschaft durcheinander. Als sich die resolute Dame einmal das Teufelsspiel Roulette ansehen will und zum Spaß setzt geschieht Unerwartetes.
Im 2. Teil der Lesung erfährt man, dass Alexej zum Spieler wurde und durch alle Spielbanken Europas tingelte, immer im festen Glauben an die große Glückssträhne. Der Roman endet auf einer Parkbank in Bad Homburg. Er trifft dort Mr. Asthley ein ehemaliger Bekannter. Dostojewskij verarbeitet in diesem Buch wohl seine eigene Spielleidenschaft, der er in verschiedenen Spielcasinos Westeuropas frönte und von der er nicht mehr loskam. Peter M. Ritter liest diesen Roman in gekürzter Fassung mit einer bestechenden Ausdrucksvielfalt, mit der er den einzelnen Personen ein jeweils eigenes Profil verleiht. Die verlorene Situation und der Hang zum schnell verspielten Geld kommen in seiner Darstellung plastisch zum Vorschein. Lassen Sie sich in die Handlung ein...
Viel Spaß beim zuhören.