Deutschland/Frankreich/Jugoslawien 1998, Regie: Emir Kusturica, mit Bajram Severdzan, Branka Katic u.a., 130 min.
Wild, unberechenbar und laut ist das Zigeunerleben in Emir Kusturicas Film "Schwarze Katze, weißer Kater". Die Geschichte der chaotischen Hochzeit eines Paares, das zwangsweise verkuppelt wurde, kommt märchenhaft schräg daher. Die seltsamsten Typen bevölkern Kusturicas stürmische Bilder, und alles wird getrieben von anarchisch-verrückter Musik.
Dafür gab es 1998 bei den Filmfestspielen in Venedig den Silbernen Löwen für die beste Regie.
Allen, die früher beim Pippi Langstrumpf-Gucken überhaupt nichts dagegen und den größten Spaß hatten, wenn Pippi kleistergewappnet an der Zimmerdecke spazierenging oder den Wasserfallsturz in einer alten Heringstonne singend überlebt hat, sei "Schwarze Katze, weißer Kater" dringend empfohlen, allen anderen erteilt Kusturica eine bedenkliche Lektion darin, wie auch ohne Millionenetat und Computeranimationen ein Feuerwerk aus Inspiration, Timing und Laune abzufackeln ist. Kein Film, der das Kino als Kunstform weiterbringt, aber ein Kino, das alle filmische Kunst vollendetbeherrscht.