Das neue Programm von Matthias Deutschmann spielt in und mit der Zukunft Deutschlands. Ein Tag im Juli 2006. Deutschland hat bei der Fußball-WM überraschend das Finale erreicht. Die Nation liegt im Fieberwahn. Fußball ist unser Leben, deutscher Fußball unser Schicksal. Wird der Bundeskanzler nach dem Spiel wieder sagen müssen: „Wir sind nicht schlechter, nein, die anderen sind besser geworden“ oder wird Deutschland Weltmeister und der Aufschwung kommt? Ein Tag im Juli 2006. Gerhard Schröder ist noch immer im Amt, Joschka Fischer irgendwo unterwegs. Der Umbau des Sozialstaats ist noch längst nicht abgeschlossen. Daimler hat sich von Chrysler getrennt und droht mit dem kompletten Exodus nach Ungarn. VW konzentriert bereits das verbliebene Kerngeschäft auf China. Die Deutschen sparen wie die Verrückten. Die „Deutsche Bank“ heißt nun „Deutsche City Bank“ und die Gewerkschaft Ver.di erhält nach dem Staatsbankrott von Mecklenburg-Vorpommern die Rechte an den Spielkasinos des Landes. Die ersten deutschen Stadttheater werden nach ihrer Schließung von der UNESCO als Weltkulturerbe unter verschärften Denkmalschutz gestellt. Die Regierung hat soeben die Reformstufe „Hartz VI“ gezündet und zur Eindämmung der Schwarzarbeit werden Baumärkte geschlossen.
Kein Zweifel, die Nation braucht ein Erfolgserlebnis. Wie sich die Historiker über das „Wunder von Bern“ als Geburtsstunde der Nation einig sind, so könnte das Wunder von Berlin 2006 die wirtschaftliche Wiedergeburt bedeuten! Matthias Deutschmann nutzt einen fußballfreien Tag vor dem großen Finale, um über die Marke Deutschland und das Ende ihrer Krise nachzudenken. Mit seinem 11. Solo-Programm steuert Matthias Deutschmann auf sein 25jŠhriges Bühnenjubiläum zu. Er stürzt ins politische Hick-Hack um den deutschen Weg in die Zukunft. Sein Programm „Staatstheater“ vereint deutsche Tragödie und deutsche Komödie zu einem Stück aus dem Tollhaus.